Warum Islam?
Argumentationen
aus den modernen Wissenschaften

ABC Islam

 

DIE BEIDEN GLAUBENSBEKENNTNISSE
in Thora, Evangelium
 und Koran

DIE BEIDEN GLAUBENSBEKENNTNISSE DES ISLAM
in Thora, Evangelium und Koran

Kapitel 1 2 3 4 5

 Erstes Kapitel

 Historischer Traktat

 Der reine Monotheismus ist der makellose Glauben an das Eins-Sein Allahs und SEINE absolute Unendlichkeit der Eigenschaften, der Zeit, des Raumes und der Schöpfung – im Gegensatz zur Begrenztheit des Menschen und dessen Verlorenheit.

 Die Unendlichkeit Allahs bezüglich der Zeit ist eine der unumstößlichen Tatsachen für jeden vernünftigen Verstand, der begreift, dass der Kosmos einen einzigen Schöpfer hat, der seit Urewigkeit der Erste und bis in unendliche Ewigkeit der Letzte und Bleibende ist.

Wir erkennen in der heutigen Zeit von der Unendlichkeit des Raumes einen winzigen Funken durch das Fernrohr der Wissenschaft, das uns den Blick auf die unendliche Weite des Weltraums in Richtung auf unbekannte Horizonte eröffnete, und wir werden das für immer und ewig tun, denn wie weit auch immer unser Blick sich in den äußersten Weltraum bis zu Welten und Phänomenen in einer Entfernung von Tausenden oder Millionen Lichtjahren erstrecken mag, so bedeutet das in Wirklichkeit, dass wir etwas sehen, was sich dort schon seit jenen  Tausenden oder Millionen von Lichtjahren befindet. Daher ist es – aus  wissenschaftlicher Sicht – unmöglich, dass wir trotz all der von uns auch immer erreichten theoretischen und praktischen Leistungen und Errungenschaften das begreifen, was sich momentan im tiefen Weltraum abspielt.

 Was wir um uns auf unserem begrenzten Planeten Erde an verblüffender Vielfalt unterschiedlicher Form, unterschiedlichen Aufbaus und unterschiedlicher Funktion bei Millionen Geschöpfen sehen und was dadurch an Billionen Zellen, Genen, Komponenten und Atomen entsteht, all das weist auf die Unendlichkeit der Schöpfung und deren Vielfalt an Billionen von Himmelskörpern und den auf ihnen vorhandenen Geschöpfen hin, die nur Allah kennt, ihr Schöpfer, der Wächter über ihre Systeme und Gesetze und der für ihre Existenz und Kontinuität Sorgende.

 Der beschränkte Verstand des Menschen spiegelt diesem den nahen Augenschein vor und lenkt ihn von den höchsten Wahrheiten des Übersinnlichen ab. So wendet er sich Götzen, Statuen, Bildern oder sogar Menschen zu, die er heilig hält oder denen er anbetend dient oder durch die er einem oder mehreren Herren nahe kommt.

 Nur die Rechtleitung Allahs, des Barmherzigen, mit der ER im Verlauf der Geschichte SEINE auserlesensten Gesandten unterstützend mit rationalen und materiellen Beweisen, die den Entwicklungsphasen des menschlichen Verstands entsprachen, zu allen Völkern der Erde schickte, führt den Menschen von der Beschränktheit der Unwissenheit hin zum weiten Horizont der Wahrheit.

 Am Anfang waren diese Beweise materielle Wunder oder übernatürliche Kräfte, die die Gemeinschaften im Einzelnen beeinflussten. Im Laufe der Zeit ließ ihr Einfluss nach und die Leute kehrten wieder zu ihren Neigungen und beschränkten menschlichen Vorstellungen zurück. Dann kam für den menschlichen Verstand der Moment, dass er eine Reife erreichte, die ihn dazu qualifizierte einen ewig bestehenden Beweis zu empfangen, der jedesmal, wenn die Wissenschaften und Kenntnisse fortschreiten, mehr und mehr an Klarheit und Überzeugung zunimmt. Es handelte sich dabei um die Verkündung vom Abschluss des Prophetentums und von der Vollendung der Rechtleitung Allahs für SEINE Geschöpfe auf unserem kleinen irdischen Planeten in diesem Winkel des tiefen Weltraums..

 Die Botschaft Allahs ist im Kern eine einzige, auch wenn sich Zeit und Ort unterscheiden. Es kam kein Prophet, außer dass er eine Botschaft vor ihm bestätigte und diese erneuerte, bis die abschließende Botschaft alles, was vor ihr war, bestätigte und abschließend vervollständigte. Allah hat ihren Text zu unserer Verfügung stehend bewahrt, so wie sie herabgesandt wurde. Kein Buchstabe hat sich in ihr geändert und kein Wort und keine Bestimmung – eine Verkündung  über ihre Ewigkeit bis zum Jüngsten Tag.

 Der Koran wurde in einer Zeitspanne von dreiundzwanzig Jahren herabgesandt. Muhammad (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden!) und die Muslime um ihn pflegten die Koran-Verse auf der Stelle auswendig zu lernen. Muhammad (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden!) begnügte sich nicht mit dem Auswendiglernen und der Verbreitung, vielmehr befahl er, die jeweiligen Verse niederzuschreiben. Sie pflegten sie unter Anleitung des ehrwürdigen Gesandten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden!) vor dessen Tod auf Lederstücke und Palmwedel und anderes zu schreiben – in  der Reihenfolge der Verse nacheinander und dann in Reihenfolge aller Suren des Koran. Nachdem der Prophet gestorben war, übernahmen Zaid Ibn Thabit und einige Gefährten unter Anleitung des ersten der rechtgeleiteten Kalifen Abu Bakr As-Siddiq (möge Allah an ihm Wohlgefallen haben!) die Sammlung der niedergeschriebenen Texte sowie deren Überprüfung mit dem, was die Gefährten und Gläubigen zusammen aus dem Gedächtnis wussten. Später übernahm der dritte der rechtgeleiteten Kalifen Uthman Ibn Affan (möge Allah an ihm Wohlgefallen haben!) die Herstellung von sieben Kopien des erhabenen Koran-Exemplars, nachdem er sie mit denen, die den Koran auswendig kannten, überprüft hatte, und ließ sie an die islamischen Metropolen verteilen. Bis heute ist mindestens eine Kopie in Taschkent erhalten geblieben. Von ihnen wurden zahlreiche künstlerisch gestaltete Kopien als deren Dokumentation herausgegeben und sie entsprechen genau dem Koran-Exemplar, das unter allen Muslimen allzeit und überall verbreitet ist.

 Was wir aber von den Texten der Thora und des Evangeliums erhalten haben, unterscheidet sich vollkommen vom erhabenen Koran-Exemplar. Was die Thora betrifft, die Moses (Allahs Frieden mit ihm!) herabgesandt wurde, so begann ihre Niederschrift erst drei Jahrhunderte nach der prophetischen Sendung des Mose (Allahs Frieden mit ihm!) (das war etwa 1300 v. Chr.). Die Niederschrift der Thora und deren Modifikation dauerten ungefähr tausend Jahre. Der gegenwärtige Text der Thora geht zirka auf das fünfte nachchristliche Jahrhundert zurück. Diese Thora fertigte der heilige Hieronymus an, in der heutigen Zeit unter dem Namen Vulgata bekannt. Vermutlich wurde sie Texten entnommen, die seit dem dritten nachchristlichen Jahrhundert verloren sind, und zwar dem sogenannten masoratischen Text, dem hebräischen Text und dem samaritanischen Text.

 Im Text der Thora vermischen sich die Lehren Allahs für Moses mit dem legislativen, politischen, literarischen, historischen und volkstümlichen Kulturgut der Israeliten. Die Thora, mit der sich diese Studie befasst, ist unter dem Namen Altes Testament in der heiligen Schrift der Christen enthalten und beinhaltet die fünf Bücher Mose, nämlich Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium sowie außerdem die Geschichtsbücher, die Bücher der Lehrweisheit und die Bücher der Propheten der Israeliten.

 Was aber das Evangelium Jesu (Allahs Frieden mit ihm!) betrifft, das vermutlich in der aramäischen Sprache herabgesandt wurde, so wurde nichts von ihm  niedergeschrieben – oder es ist nichts Niedergeschriebenes  erhalten geblieben.

 Gegen Ende des ersten Jahrhunderts und während des zweiten Jahrhunderts begann die Niederschrift der Evangelien oder der sogenannten frohen Botschaft.. Diese Evangelien stellen sich dar als das Leben Jesu (Allahs Frieden mit ihm!) sowie dessen Lehren, die von den Jüngern Jesu überliefert wurden. Sie entsprechen also aus islamwissenschaftlicher Perspektive einer Mischung aus Lebenslauf und Hadithen des Propheten Muhammad. Es ist historisch erwiesen, dass bis zum vierten Jahrhundert Dutzende von diesen Evangelien oder frohen Botschaften vorhanden waren, als im Jahre 325 n.Chr. eine von Kaiser Konstantin einberufene Synode in Nicäa abgehalten wurde um die Meinungsverschiedenheit zwischen der von Arius geleiteten Mehrheit, die zum Monotheismus aufrief und Jesus (Allahs Frieden mit ihm!) als normalen Menschen betrachtete, und der Minderheit, die zur Göttlichkeit Jesu aufrief, beizulegen. Nachdem sich die Monotheisten zurückgezogen hatten, gewann schließlich die Minderheit die Oberhand, und danach wurde beschlossen, außer den vier bekannten Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes alle sich im Umlauf befindlichen Evangelien auszusondern.

 Die Theologen des Christentums und die Historiker befassten sich mit dem Studium über die Geschichte der Niederschrift dieser Evangelien sowie dem Forschen nach deren Quellen, und zwar indem sie die Tatbestände, Ausdrücke und Stilarten der Texte in den vier Evangelien und innerhalb eines jeden

einzelnen Evangelium verglichen, wobei ihnen andere religiöse und historische Texte halfen. Höchstwahrscheinlich schöpften diese Evangelien ihren Stoff in unterschiedlichen Graden aus zahlreichen alten anonymen Dokumenten – vermittels anderer Dokumente, die auch verschwanden. Dies wird (nach den

Studien von Maurice Baucaille) durch das folgende Schema zusammengefasst.

 Was die Verfasser der Evangelien betrifft,  so haben die Studien erwiesen, dass das Matthäus-Evangelium vielleicht Matthäus, der Steuersammler – und  nicht Matthäus, der Schüler und Jünger Jesu – ungefähr 90 n. Chr. geschrieben hat. Auch vermutet man, dass er das meiste seines Evangeliums einem der alten anonymen Dokumente sowie einem der vermittelnden Dokumente von Markus entnommen hat.

 Was jedoch das Markus-Evangelium betrifft, so gibt es über dessen Verfasser Markus Meinungsverschiedenheiten. Ist er einer der siebzig Jünger oder ist er ein Ägypter mit diesem Namen? Oder ist Markus der Neffe des Jüngers Barnabas oder ist er einer der Begleiter von Petrus in Rom? Man vermutet, dass das Evangelium im Jahre 70 n. Chr. in einer griechischen Kirche in Syrien oder Kleinasien geschrieben wurde. Die Encyclopaedia Britannica nimmt jedoch an, dass der Schriftsteller des Markus-Evangeliums anonym ist.

 Was das Lukas-Evangelium betrifft, so ist der Verfasser vermutlich Lukas, der Schüler von Paulus, selbst – anfangs des zweiten Jahrhunderts. Man glaubt, dass er auch der Verfasser der „Apostelgeschichte“ ist, eines der Bücher des Neuen Testamentes in der Heiligen Schrift der Christen. Es ist ferner wahrscheinlich, dass er einen Teil seines Materials den beiden Evangelien von Matthäus und Markus entnahm, neben den Lehren des Paulus und einigen anderen anonymen Quellen.

 Was nun das Johannes-Evangelium betrifft, so weicht es in seiner Tendenz der Vergöttlichung des Messias ganz enorm von den anderen drei Evangelien ab, so dass einige Forscher sogar meinen, dass dieses Evangelium eigens zur Verstärkung dieser Tendenz geschrieben wurde. Die historische Analyse seiner Texte wirft einen gewissen Zweifel an der Wahrheit seines Verfassers auf. Die Encyclaepodia Britannica nimmt an, dass der Schriftsteller dieses Evangeliums nicht der Apostel Johannes ist. Man vermutet vielmehr, dass sein Schriftsteller ein Student der Alexandria-Kirche ist, die von der griechischen Philosophie und deren Aussagen über die Vielfalt der Götter beeinflusst ist.

 Diese vier Evangelien werden von allen christlichen Kirchen anerkannt. Zusammen mit der Apostelgeschichte, den Briefen von Paulus, Jakob und Johannes sowie der Offenbarung des Johannes bilden sie das sogenannte „Neue Testament". Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Evangelium von Barnabas, einem der zwölf Apostel von Jesus (Allahs Frieden mit ihm!), entdeckt. Es zeigte sich, dass seit 383 n. Chr. ein Exemplar davon in der Bibliothek des Papstes auf einer Liste verbotener Bücher stand und ein Exemplar davon in die öffentliche Bibliothek in Wien gebracht wurde und es sich dort bis in unsere heutigen Tage befindet..

Im Jahre 1907 veröffentlichte die Universität Oxford eine von einem Übersetzer namens Raj gefertigte englische Übersetzung dieses Evangeliums (Clarendon-Ausgabe). Diese verschwand aber nach kurzer Zeit vom Markt. Es sind nur zwei Exemplare von dieser englischen Übersetzung erhalten geblieben: Eine ist in der Bibliothek des Britischen Museums in London und die andere in der Bibliothek des amerikanischen Kongresses in Washington. Aus diesem Exemplar fertigten zuerst Dr. Khalil Saada im Jahre 1908 und später Ahmad Tahir im Jahre 1980 die arabische Übersetzung des Barnabas-Evangeliums an.

 Somit bemerken wir, dass es eine sehr schwer verständliche Unklarheit gibt, die die Beziehung der gegenwärtigen Texte sowohl der Thora als auch des Evangeliums zu dem, was Allah, der Erhabene, ursprünglich SEINEN Propheten Moses und Jesus (Allahs Frieden und Segen auf ihnen beiden!) geoffenbart hatte, trübt. Beide Texte haben nicht das erreicht, was die prophetische Sunna und die Biografie des Gesandten Muhammad  (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden!) an Genauigkeit und historische Verifikation erreicht haben – nämlich die Vergewisserung der ununterbrochenen Überlieferungskette bis zum Propheten Muhammad (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden!) und mit der Bedingung der Nachprüfung, dass jeder Hadith-Überlieferer zur gleichen Zeit dessen, von dem er den Hadith überliefert hat, gelebt und diesen  persönlich getroffen hat und dass alle Überlieferer in ihrer Generation für Präzision und Unbescholtenheit bekannt sind. Darüber hinaus sind die Hadith-Bücher voller Bedingungen.

 Schließlich bleibt es uns in dieser Studie nichts mehr übrig außer sich den fünf Büchern Mose im Alten Testament, den vier Evangelien des Neuen Testaments und dem Barnabas-Evangelium zuzuwenden, da sie die einzigen zugänglichen historischen Texte sind, die es uns ermöglichen, alles, was auf die Reden der Propheten Moses und Jesus (Allahs Frieden auf ihnen beiden!) in diesen Texten zurückzuführen ist, kennen zu lernen, denn es gibt keinen Weg die ältesten Texte so zu finden, wie sie zuerst geoffenbart worden waren.

 Wir werden in dieser Studie – mit Allahs Erlaubnis – mittels dessen, was wir an Thora, Evangelium und auch an Versen des ehrwürdigen Koran in Händen haben, nachweisen, dass der reine Monotheismus, der erhaben ist über irgendeinen Partner oder Sohn, der gemeinsame Kern für das ist, was Allah, der Erhabene, SEINEN Propheten in diesen drei Büchern geoffenbart hat und dass sowohl Moses als auch Jesus (Allahs Frieden auf ihnen beiden!) die Verkündung des Kommens Muhammads (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden!) als Siegel der Propheten und Gesandten und Abschluss der Botschaft Allahs an die Menschen erhalten und weitergeleitet haben.